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Positives Denken

Mai 16, 2019 | Riekes Weg

…. wie schon erwähnt, nicht mein Spezialgebiet!!!

Bis zu einem gewissen Punkt war das bisher nicht weiter schlimm, „ich bin halt so“ lautete da bisher meine pauschale Antwort. Ich habe ja Optimisten um mich herum, die mich erden, oder mir eben in den Hintern treten, wo es notwendig ist. In den letzten Wochen stand ich mir mit meinem Pessimismus und meinem „ich kann das alles sowieso nicht“ jedoch ziemlich im Weg. Acht Wochen vor dem geplanten Halbmarathon habe ich bei Laufeinheiten von 5 flachen Kilometern teilweise 5 Gehpausen eingelegt. Das ging mir zwar ordentlich gegen den Strich, ich sah mich aber irgendwie außer Stande, das zu ändern bzw. „einfach“ durchzulaufen. Wenn ich mit Begleitung lief, hielt ich im Übrigen auch einigermaßen problemfrei die dreifache Distanz durch, ohne anzuhalten. Dass jetzt also wirklich eine Strecke von 5 Kilometern das Problem sein sollte, steht wohl nicht ernsthaft zur Diskussion.

Thorge redet ja schon länger auf mich ein, wie auf einen sturen Esel, dass ich mit der richtigen Einstellung einiges bewirken könne und ich es zur Abwechslung mal damit versuchen könnte, statt zu motzen 😉

In einem der letzten Trainings kam die Frage auf, ob ich eher mit Vorfreude oder mit Angst an den Halbmarathon denke. Meine Antwort habe ich versucht, möglichst harmlos zu formulieren. Aber Angst traf bzw. trifft es schon ganz gut. Aber Angst wovor? Nicht anzukommen? Länger zu brauchen, als ich selber für mich plane? Bei jedem anderen fände ich „scheitern“ in welcher Form auch immer im Übrigen völlig in Ordnung und menschlich. Für viele von uns dürften 21 km Laufen eine einigermaßen große Herausforderung sein und neben einer guten Vorbereitung braucht es am entscheidenden Tag dann wohl einfach noch ein paar mehr Dinge, die zum guten Gelingen dazu gehören, daher kann es halt auch realistisch betrachtet einfach passieren, dass es nicht wie geplant läuft. Mir selbst gegenüber bin ich da nicht so großzügig!

Aber jetzt mal im Ernst. Ich bereite mich seit Monaten vor. Laufe regelmäßig 20-35 Kilometer in der Woche plus entsprechend viel anderes Training. Eben weil ich nicht zu denen gehöre, die sowas aus dem Nichts heraus laufen können. Ich arbeite dafür. Ich strenge mich an, ich gebe mein Bestes. Und dann gehe ich da in ein paar Wochen an den Start und gehe davon aus, „dass der Scheiss ja eh nicht klappt?“ Wieviel Spaß werden mir unter den Voraussetzungen die 21 Kilometer machen? Meine beste Freundin kommt extra 300 Kilometer angereist, um an dem Tag an meiner Seite zu sein bzw. im Ziel auf mich zu warten. Irgendwie ganz schön beknackt, da dann nicht wenigstens ein bisschen Spaß dran zu haben, und ein bisschen an mich zu glauben, oder?!?! Ich mache das alleine für mich, um mir selbst etwas zu beweisen, nicht damit irgendwer applaudiert, oder sagt „toll gemacht“. Ich selbst bin aber eben auch mein größter Kritiker. Andere sagen entweder „Du bist doch irre, wieso macht man das freiwillig“ oder „mach es, hab Spaß!“ na ja ok und dann gibt es natürlich die, die einem das nicht zutrauen und kritisieren, dass man als zu dicker Mensch überhaupt läuft bla bla bla…

Auf den meisten meiner langen Vorbereitungsläufe hatte ich Begleitung in Form von tollen Menschen, die mich unterstützen, mitziehen, motivieren, anfeuern – was mich eben selbst echt dazu bringt, durchzuhalten, nochmal den letzten Rest zu mobilisieren und alles zu geben, was ich kann. Jetzt kann ich ja aber nicht unbedingt davon ausgehen, im Startblock des Halbmarathons jemanden zu finden, der genau mein angepeiltes Tempo läuft, und den es in irgendeiner Form interessiert, ob ich gut mitkomme 🙂 Da bin ich wohl tatsächlich selbst gefragt, mich permanent selbst zu motivieren. Jetzt bin ich nicht gerade der Typ, der „Tschkkaaaaa“ schreiend durch die Gegend rennt. Aber es gibt ja auch noch was zwischen „Tschakka“ und „alles scheisse“. Und wenn ich auf den 21 Kilometern nicht ständig spazieren gehen und mich somit aus dem Zeitlimit katapultieren möchte, muss ich wohl wirklich meinen Kopf überzeugen, „einfach“ weiterzulaufen. Die Beine machen dann hoffentlich den Rest. Soweit zur Theorie in der letzten Woche 😉 (Mein Alternativplan wäre, überhaupt nicht erst zu starten, und das wollte ich nicht ernsthaft in Erwägung ziehen!)

Es folgte ein langer Trainingslauf von 90 Minuten, den ich gezwungenermaßen alleine machen musste. Erst hatte ich mal wieder totalen Horror davor, was passiert, wenn eben keiner neben mir her läuft, das Tempo für mich quasi hält usw. Dann habe ich es aber tatsächlich mal mit einer etwas anderen Einstellung probiert, eine neue Playlist gespeichert, mir vorgenommen, erstmal nicht auf die Uhr und somit aufs Tempo zu gucken, sondern erstmal meinen eigenen Rhythmus zu finden. Nach 4 Kilometern habe ich zum ersten Mal drauf geguckt und war mega überrascht, weil ich deutlich schneller war, als mein Gefühl mir vorher suggeriert hat. Und da habe ich dann tatsächlich mal angefangen, das wirklich zu genießen, was ich tue (an die, die Laufen blöd finden: JA DAS GEHT!!) und mir eben nicht ständig zu überlegen, an welchem Grashalm ich die nächste Gehpause machen müsste. Und so bin ich 1,5 Stunden mehr oder weniger völlig problemlos gelaufen, habe keine Pause gemacht, ich bin gut gelaunt losgelaufen und genauso gut gelaunt und etwas kaputter wieder angekommen. Und auch wenn das jetzt vielleicht etwas beknackt klingt, weil es ja auch ein Stündchen weniger war, als ich beim Halbmarathon unterwegs sein werde, spätestens danach wusste ich, „ich kann, weil ich will!“ Ok, weil ich will und weil ich mich darauf vorbereite! Die nächsten Wochen werden vom Trainingspensum her nochmal ganz schön knackig, am Wochenende steht der längste Lauf in der Vorbereitung für mich an, 18 Kilometer. Nachdem Sabine und ich am letzten Wochenende einen geplanten langen Lauf nach 10 Kilometern wegen „Kreislauf“ abbrechen mussten, steigt meine Nervosität ja schon wieder dezent an 😉 Aber ich lass es auf mich zukommen. Denn aktuell bin ich wirklich überzeugt davon, das mir selbst gesteckte Ziel bestmöglich zu erreichen. Wenn ich zwischendurch wieder zweifle, werde ich hier selbst nochmal nachlesen…. 😉

Riekes Weg

Rieke hat vor knapp 5 Jahren mit dem Training und ihrer Ernährungsumstellung bei uns begonnen. Es hat sie viel Mut gekostet, sich überhaupt erstmal bei uns zu melden. Warum es sich gelohnt hat, kannst Du in ihren regelmäßigen Berichten lesen. Vielleicht lässt Du Dich ja dadurch inspirieren, eine wichtige Veränderung in Deinem Leben einzuleiten. Unterstützen werden wir Dich stets mit voller Kraft und Leidenschaft! 🙂

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