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Riekes Weg

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Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

(Jahres)-Ziele

Die letzten fünf Wochen waren privat wie beruflich gefühlt irgendwie die Hölle, dazu kamen noch so "Nebensächlichkeiten" wie kranke Kinder, selber mehrfach krank, zu wenig Training, und wenn, hatte ich tagelang fiesen Muskelkater, Schlafmangel, zu viel Arbeit, zu viel Schokolade, mimimimimi! Jammern kann ich super! :-) 

Neben 2 Mal Fit mit Thorge Zirkeltraining hab ich es in den letzten Wochen oft nur einmal pro Woche in die Laufschuhe geschafft, war frustriert ohne Ende, weil ich gefühlt soooo wenig Sport gemacht habe. "Keine Zeit" war meine Begründung... ähm ja... Danke an Thorge, der mich dran erinnert hat, dass ich ja inzwischen selbst wissen müsste, wie man sich auch in 20 Minuten zuhause einmal richtig platt machen kann... „määääh aber ich will ja laufen“ mimimimimi…  Ja aber manchmal läuft es einfach völlig anders als man das so für sich selber plant. Also aufhören zu jammern oder was dagegen tun… (mein Plan für die kommende Woche steht bereits ;-))

Seit meinem Beginn im Januar 2016 hatte ich jeweils bestimmte Jahresziele. Nein, bitte nicht verwechseln mit klassischen Neujahrsvorsätzen, die man eh nicht einhält ;-) Zu Beginn waren es monströse Kilozahlen, die ich pro Jahr abnehmen wollte. 

Dieses Jahr hatte ich mir auch irgendwie völlig anders vorgestellt, als es dann tatsächlich lief. Ich wollte (mindestens) weitere 15 kg abnehmen und 1.000 Kilometer laufen. Haha! Also es sind bisher 5 kg und aktuell habe ich noch den größenwahnsinnigen Plan, wenigstens 800 Kilometer zu erreichen… Mit der Knieverletzung im Sommer habe ich wenigstens für die Lauferei eine „gute Ausrede“.

Na ja und was die Abnahme betrifft, könnte ich jetzt ganz viel bla bla vom Stapel lassen, was es mir unmöglich gemacht hat, dieses Ziel zu erreichen. Ich kann es aber auch lassen und einigermaßen überzeugt sagen, dass es unterm Strich auch mit nur 5 kg ok so ist, wie es ist. Und hey, wir haben Mitte November, vielleicht geht noch was ;-)

Zu Beginn und auch jetzt konnte und kann ich mein Endziel nicht in Zahlen definieren, weil ich schlimmerweise als Erwachsene nie normalgewichtig war. Keine Ahnung, ob ich mit 60, 65 oder 70 kg zufrieden bin. Ehrlicherweise konnte ich mir aber auch selbst zu keinem Zeitpunkt vorstellen, jemals ein normales Gewicht zu erreichen, meine Phantasie reicht auch heute dafür nicht aus.

Die ersten 2,5 Jahre seit meinem Start waren eine einzige Dauerdiät, selbstverständlich gab es Ausnahmen (die auch dazu gehören!), die dann aber wieder zu Frust oder schlechtem Gewissen geführt haben. Irgendetwas außerplanmäßiges in der Ernährung oder eine Sportpause standen für mich sofort in direktem Zusammenhang mit „versagen“, „schwächeln“, „faule Ausreden“ usw. Übrigens nur bei mir selbst, Anderen gegenüber bin ich da viel großzügiger. Ständiges Kalorien zählen, Lebensmittel abwiegen, Dauerstress, ihr habt es vielleicht gelesen ;-) Das hat mich irgendwann nur noch massiv genervt und erfolgreich war ich ab einem bestimmten Zeitpunkt auch nicht mehr damit! Je verbissener ich wurde, desto weniger hat irgendeiner meiner unzähligen Versuche funktioniert. Davon abgesehen dass es auch nicht das ist, was ich meinen Kindern vorleben möchte. Sie sollen ein entspanntes Verhältnis zu Lebensmitteln entwickeln bzw. einfach behalten können. Jeder noch so kleine „Rückschritt“, der neutral betrachtet vielleicht gar keiner war - wie neutral kann man sich schon selbst sehen – hat mich im Kopf irre weit zurück geworfen und ich fing bzw. fange sofort an, alles in Frage zu stellen.

Nicht zuletzt deshalb habe ich dann im Juni irgendwann mit der richtigen Unterstützung die Entscheidung getroffen, mal etwas zu pausieren, etwas locker zu lassen, um dann nach ein paar Monaten nochmal etwas anderes auszuprobieren. Danke an Thorge an der Stelle, der (wieder mal) mit ein paar richtigen Fragen die richtigen Schrauben in meinem Kopf gedreht hat!! Wir hatten uns darauf geeinigt, nach 3 Monaten „Diät-Pause“ mal zu gucken, wo ich so stehe und womit ich weitermache. In der Zeit wollte ich mal versuchen, etwas mehr „nach Gefühl“ zu handeln, ohne permanente Kontrolle, aber eben auch, ohne das grundsätzliche Ziel aus den Augen zu verlieren und alles hinzuschmeißen. Das war ja einfach bisher in meinem Leben immer der Fall! Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich in den 3 Monaten gute 3 kg zugenommen habe, über die ich mich erst unfassbar geärgert habe, ich stand ja quasi „tatenlos daneben“ und hab zugesehen, wie die Waage hoch ging! Aber zu dem Zeitpunkt war es trotzdem wahrscheinlich das einzig Richtige! Auch wenn immer die Angst, nicht rechtzeitig gegenzusteuern, im Spiel war, aber machen wir uns nix vor, die Verantwortung dafür liegt ja ganz alleine bei mir!! 

Mittlerweile sind die zugenommenen Kilos auch wieder Geschichte und für das, was ich in der Zeit vor allem über mich selbst gelernt habe, hat es sich definitiv gelohnt! Und genau deshalb sind auch die „NUR“ 5 kg eigentlich gerade echt ok. Ich muss mich nur ab und zu selbst dran erinnern – oder mir in den Hintern treten lassen. Ich habe mich irgendwie 20 Jahre nicht anhaltend um meine Figur und meine Gesundheit gekümmert, jetzt wo ich schon einigermaßen lange am Ball bleibe, bin ich extrem verbissen, pedantisch und gnadenlos zu mir selbst. Schnell genug kann es eh alles nie gehen. Mit welchem Ziel? Tja, eigentlich, um mein "Ziel" möglichst bald zu erreichen. Von dem ich nicht weiss, was es genau ist. Aber kann man dann ankommen, wenn man nicht genau weiß, wo man landen möchte? Was möchte ich erreichen? Hm ja vieles… ein bestimmtes Gewicht, sportlich werden, zufrieden sein. Ankommen bei mir selbst. Aber werde ich das zwangsläufig mit einer bestimmten Zahl auf der Waage? Dass ich weiter abnehmen möchte, steht außer Frage, vermutlich verspreche ich mir aber für mein Selbstwertgefühl bzw. auch für mein Selbstbewusstsein zu viel von einem bestimmten Gewicht, einer Zahl X….  wahrscheinlich muss ich da einfach noch viel viel Kopfarbeit leisten, die mit Zahlen einfach mal so gar nichts zu tun hat!