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Riekes Weg

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Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

Wo willst Du eigentlich noch hin?

Eine Frage, mit der ich lustigerweise diese Woche gleich mehrfach konfrontiert wurde. Und dabei gibt es zwei Typen von Personen, die Dich das fragen!

Typ 1 fragt Dich aus ehrlichem Interesse heraus! In diesem Falle passiert nach dem Fit mit Thorge Outdoor Training am Samstag in Verbindung mit echtem Lob und Anerkennung für das bisher Geleistete. Das war mir übrigens unfassbar unangenehm und ich winde mich dabei wie so ein Regenwurm auf dem Trocknen bei 30 Grad, weil ich einerseits total ungerne im Mittelpunkt stehe und andererseits sehe ich den „Vorher Zustand“ als Blamage meines Lebens und kann heute gar nicht mehr verstehen, wie es so weit kommen konnte. Leute, die mich erst in den letzten Monaten kennengelernt haben, sehen ja eher das Aktuelle und die Tatsache, dass ich den Hintern hoch gekriegt und den Zustand verändert habe. Das „Vorher“ höchstens von einem Foto, wenn sie danach fragen und sind dann einigermaßen fassungslos ;-) Ich selber habe da aber echt meine Probleme mit. Mein Mann hat dafür nur einen Begriff: komplimentresistent ;-)

Typ 1 kann ich aber auch einfach ehrlich antworten, wie es wirklich ist! Ich weiss nicht wirklich, wo ich noch hin will, zumindest aktuell kann ich das nicht konkret beantworten. Natürlich habe ich aktuell Ziele, sowohl was die Gewichtsabnahme als auch den sportlichen Bereich betrifft. An oberster Stelle steht sicher erst mal ein „gesundes, normales“ Körpergewicht, welches für die sportlichen Ziele ja nur hilfreich sein kann – aber eine bestimmte Kilozahl kann ich da tatsächlich nicht nennen, da ich als Erwachsene weder jemals normalgewichtig war, noch so viel Sport gemacht habe, wie aktuell bzw. in den letzten 2 Jahren. Ich fühle mich aktuell natürlich schon soooo viel besser als noch vor 2 Jahren. Aber eben noch nicht gut. Aber wann „GUT“ erreicht ist, werde ich sicher herausfinden, wenn es so weit ist. Und bis dahin? Mache ich einfach weiter!! 

Dann gibt es Typ 2, der die gleiche Frage stellt, aber mit so einem Entsetzen in der Stimme, dass man nicht glauben könnte, dass ich aktuell ja auch noch locker 15-20 kg Übergewicht habe :-) Die Äußerungen klingen dann eher, als wäre ich dramatisch untergewichtig und würde mein komplettes Leben im Fitness-Studio verbringen. Typ 2 findet übrigens eh, dass „soooo viel Sport“ ja nicht gesund sei. Ach ja? Sagt wer genau? Was genau ist daran ungesund? Und wer definiert viel? Ach so und zuckerreduzierte Ernährung ist natürlich auch der letzte Mist, alles nur eine Modeerscheinung! Ahja.. genau! Natürlich ist es viel gesünder, 125 kg zu wiegen und sich außer vom Bett zum Schreibtisch, ins Auto und wieder aufs Sofa einfach mal gar nicht zu bewegen… 

Ich finde es unfassbar schade, dass Typ 2 nicht einfach mal ehrlich hinterfragt, wie es mir mit dem aktuellen Zustand geht und was ich vielleicht noch so vorhabe, sondern pauschal urteilt, nach dem Motto „Du hast 40 kg abgenommen, das muss Dir doch jetzt reichen, warum gibst Du Dich damit nicht zufrieden“? Denn das könnte ich tatsächlich beantworten! Eben weil von „sehr dick zu dick“ sicher schon ein total guter Schritt ist, aber von „immer noch dick“ zu „normal“ der deutlich Wichtigere für mich???

Ich reagiere da sehr unterschiedlich drauf. An guten Tagen kann ich einfach drüber weglächeln und das Thema wechseln, an anderen Tagen fühle ich mich tatsächlich genötigt, mich zu rechtfertigen. Nur um mich hinterher genau darüber zu ärgern! Es sind komischerweise meistens Leute, die selbst mindestens leicht übergewichtig sind, dabei entweder gar keinen Sport oder alibimäßig 1 x pro Woche machen. Was genau steckt dahinter? Die Angst, dass „die Dicke“ sie vielleicht überholt und einfach gesünder, schlanker und fitter ist? Ich habe keine Ahnung und eigentlich sollte es mir auch völlig egal sein. Ist es aber leider nicht. Denn leider sind es teilweise Leute aus dem unmittelbaren Umfeld, von denen man eigentlich Unterstützung und Hilfe braucht und erwartet.

Ich glaube, nicht umsonst kriegen wir von den FMT Trainern immer wieder geraten, uns mit Leuten zu umgeben, die ähnliche Ziele haben oder einen eben bei den eigenen positiv unterstützen können und wollen. Die einem NICHT die Schüssel Schokolade vor die Nase stellen und sagen „Mensch, iss mal was, Du bist ganz schmal geworden“ (Ich wiederhole mich, wir reden hier immer noch von deutlichem Übergewicht :-)) sondern Dir auch mal in den Hintern treten, und Dir raten, es mit Vollgas durchzuziehen oder Dich einfach fragen, wann Du Zeit für einen gemeinsamen Lauf hast...

Auch wenn ich mich leider immer noch viel zu häufig rechtfertige, ziehe für mich daraus trotzdem nur noch ein Fazit: Weitermachen! Denn Typ 2 weckt in mir zwar kurz Wut oder Enttäuschung, aber danach vor allem nur noch eins: Den Willen, genauso weiter zu machen, wie bisher und auch wenn ich das alles tatsächlich nur für MICH und mein eigenes Wohlbefinden mache, der Gedanke, es genau denen zu zeigen, motiviert noch mal ein Stück mehr!