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Riekes Weg

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Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

Wechselbad der Gefühle - zwischen Euphorie und Wahnsinn

Die letzten 3 Wochen waren gefühlsmäßig unfassbar schwierig. Ich glaube, das waren die drei Wochen mit der höchsten Trainingsfrequenz, den meisten Laufkilometern, der gefühlt größten Disziplin in Sachen Ernährung. Klingt total großartig?? Ja, war es auch. Allerdings habe ich auch noch nie so oft darüber nachgedacht, alle Laufschuhe in die Tonne zu kloppen, meinen Zirkeltrainings-Kurs bei Fit mit Thorge einfach sausen zu lassen, ich habe sogar kurzfristig die Personal Training Termine aus meinem Kalender gelöscht und eine entsprechende whatsapp verfasst (peinlich kann ich!) - mich dann am Ende aber doch noch aufs Wesentliche besinnt und natürlich alle Trainingstermine wahrgenommen, mich da ausgejammert, mir nen verbalen Arschtritt abgeholt und nun kann es dann auch weitergehen...

Auslöser für den Frust war im Übrigen, dass meine Waage von der oben beschriebenen Disziplin einfach mal nichts gemerkt hat... Davor war ja wegen Urlaub & Co eine Zeit lang einfach nur Gewicht halten angesagt, jetzt sollte es aber mal wieder mit Vollgas den nächsten 5 Kilos an den Kragen gehen. Ok, hat mal so gar nicht geklappt und nun heisst es aber, "einfach" weitermachen, analysieren und - in dem Fall in Zusammenarbeit mit Thorge, der sich Ernährungsprotokolle zu Gemüte führen durfte - zu optimieren und was Neues auszuprobieren ;-) Man selbst verliert da vielleicht irgendwann den Überblick, ob es wirklich so optimal läuft, wie man selbst denkt...

Dafür habe ich mir selbst ein paar Erfolgserlebnisse verschafft und habe mich endlich mal an die wirklich langen Läufe gewagt, die für meine Halbmarathonvorbereitung ja nicht unwichtig sind. Letztes Wochenende waren es 17 Kilometer, dieses Wochenende 18 Kilometer. Der Fokus lag auf „möglichst durchlaufen ohne Pause“, die Geschwindigkeit sollte wirklich mal so überhaupt keine Rolle spielen. Und so bin ich letzte Woche Sonntag morgens um 8 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und 26 Grad mit Sabine losgelaufen. Wir haben uns beim Outdoor-Training und beim Lauftraining kennengelernt und schon vor einiger Zeit Telefonnummern ausgetauscht, um mal zusammen zu laufen. Gerade auf längeren Strecken hilft es mir ungemein, nicht alleine zu laufen. Sabine ist einfach wie ein Uhrwerk konstant neben mir hergelaufen, hat nicht einmal übers Aufhören geredet, über die Hitze gejammert oder sonst was, sondern mich abgelenkt und mir damit unfassbar geholfen, fast völlig problemlos 17 Kilometer durchzulaufen ohne Gehpausen zu machen oder gar ganz aufzuhören. Irgendwie war das während des gesamten Laufs überhaupt keine Frage! Ich habe nicht ein einziges Mal drüber nachgedacht! Auch danach ging es mir total gut, ich war völlig euphorisch, dass ICH tatsächlich 17 Kilometer durchlaufen kann. (An die Nichtläufer, gerne mal im Auto aufs Tacho gucken, das ist echt weit!! ;-)) An der Stelle kann man wohl wirklich nur erwähnen, wie wertvoll Menschen im unmittelbaren Umfeld sind, die einfach nur das unterstützen, was ich tue, mich motivieren, das einfach durchzuziehen, statt zu fragen, warum man auf so bescheuerte Ideen kommt, ob es nicht eh viel zu warm für Sport sei und und und.

Deshalb ist es für mich manchmal eine schwierige Geschichte, in Gruppen zu laufen. So ehrgeizig ich auf der einen Seite bin, so leicht lasse ich mich nämlich auch zum Pause machen verleiten, wenn jemand anders während eines Laufs ein paar Meter gehen will. Nichts gegen Gehpausen, wenn sie tatsächlich wirklich notwendig sind. Aber oft ist es wohl nur der Kopf, der sie notwendig macht, nicht das körperliche Leistungsvermögen. Und eigentlich bin ich soweit, dass ich eine gewisse Zeit schon gut durchlaufen kann, vorausgesetzt, es ist kein Berg im Weg, aber das ist ein anderes Thema.

Danach habe ich regelrecht auf irgendwelche Wehwehchen gewartet, die aber zum Glück nicht kamen. Ich schiebe das mal auf das gemäßigtere Tempo zurück, ich bin jedenfalls nach 5-8 schnellen Kilometern viel viel kaputter, als ich es nach diesem etwas langsameren langen Lauf war. Das Ganze schrie also nach einer Wiederholung, die dann einigermaßen spontan nur eine Woche später stattfand. Gestern habe ich allerdings dann ab Kilometer 15 echt gekämpft und mal kurz darüber nachgedacht, zu heulen ;-) Aber auch dieses Mal hatte ich großartige Unterstützung durch Sabine und ab Kilometer 10 noch zusätzlich durch Frank, dem ich direkt nach ein paar Metern gesagt habe, dass ich laufen will, bis ich 18 Kilometer auf der Uhr habe, danach wäre mir alles egal, aber mindestens bis zur 18 (da sind wieder die laut gesagten Dinge, die bei mir viel besser funktionieren…) Und so hat Frank sich nicht nur für sich selbst, sondern auch noch für mich durchgekämpft, und nicht aufgehört, bevor ich endlich die ersehnte Zahl geknackt habe - obwohl er hinterher auch meinte, er hätte sonst die ein oder andere Pause gemacht – Fazit, wir haben alle davon profitiert :-) Und das Hochgefühl danach entschädigt tatsächlich für das „Leiden“ auf den letzten 4 Kilometern (und die können SO lang werden!!! Viel viel länger als die ersten 14!! Ich kann mich also nur wiederholen: sucht euch Leute, die ähnliche Ziele haben oder euch zumindest in irgendeiner Form bei euren eigenen unterstützen können! Und sei es, auf dem Fahrrad neben her zu fahren, wenn ihr neue Kilometerrekorde knacken wollt!!