Zur Navigation springen
  • Rieke´s Weg

Riekes Weg

  • Authentisch 
  • Ehrlich 
  • Motivierend

Erfolsggeschichten

Riekes Weg

Und schon wieder Endspurt!

Vor rund vier Monaten ging es schon einmal um den „Endspurt“ vor dem Halbmarathon. Nun befinde ich mich verrückterweise schon wieder in dieser Phase, mein „offizielles“ Training habe ich Samstag mit dem letzten langen Lauf abgeschlossen. Für die kommenden zwei Wochen heißt es nun, Umfang etwas reduzieren, laufen so wie es mir Spaß macht, nicht mehr ständig Grenzen überschreiten…

Gibt es Unterschiede zum ersten Mal? Was macht das in meinem Kopf? Wieder einmal eine Menge. Einerseits weiß ich natürlich, dass Erholung wichtig ist, dass ich JETZT nichts mehr rausholen kann und es quasi „zu spät“ ist, sich zu überlegen, ob man richtig und ausreichend trainiert hat. Mein Training verlief im Grunde nicht sooo viel anders, als vor dem 1. Halbmarathon, obwohl ich ja kurzfristig überlegt hatte, ob ich nicht doch mal mit einem richtigen Trainingsplan nach starren Vorgaben trainieren möchte, um zu sehen, ob es einen großen Unterschied macht. Aber ich kann mich damit einfach nicht anfreunden. Ich denke, im Großen und Ganzen bin ich von den Grundstrukturen her gar nicht so sehr weit von den Plänen entfernt, die man so im Internet findet. Ich lege das alles nur etwas flexibler aus, da ich ohnehin sehr viel langsamer bin, als ein Großteil der Menschen, die einen Halbmarathon laufen wollen und ich nicht das klassische Ziel unter den Hobbyläufern von „unter 2 Stunden“ anstrebe. Kann ja alles noch kommen, aber zumindest für die nächsten 2-3 Jahre halte ich das für völlig utopisch!

Zwischen dem 1. Halbmarathon und heute liegen ziemlich genau 4 Monate, etwas über 400 Laufkilometer und zusätzlich ca. 55 Stunden anderes Training (FMT Zirkeltraining, Outdoor Training, Personal Training und mein eigenes Training zuhause). Ich kann also guten Gewissens behaupten, ich habe mich ausreichend vorbereitet. Dass dabei das andere Training inzwischen sogar einen größeren Anteil ausmacht als das Laufen, hat mich bei der Auswertung zunächst auch überrascht, aber das hat sich nach und nach einfach so ergeben. Die Vorteile habe ich allerdings speziell auf den langen Läufen gemerkt - körperlich, wie mental!!

Vor dem ersten Halbmarathon war meine größte Angst, meinen Kopf und meinen Körper nicht überzeugen zu können, weiterzulaufen. Zu große Angst hatte ich vor der Distanz. Und ich hatte ja in der Vorbereitung auch eine längere Phase, in der ich oft nicht mal 1 Kilometer am Stück gelaufen bin.

Jetzt weiß ich eigentlich, dass ich die Distanz grundsätzlich schaffen kann, wenn alles gut geht und ich mich nicht verletze oder ähnliches, habe aber natürlich trotzdem großen Respekt vor der Strecke und den sollte man auch wohl auch nie verlieren, auch nicht, wenn man es wiederholt. Aber gerade das viele Training drum herum, was nichts mit der Lauferei zu tun hat, hat dafür gesorgt, dass ich die langen Läufe über 10 Kilometer viel viel besser verpackt habe, als noch in der ersten Jahreshälfte. Ja natürlich waren die anstrengend und ich war danach K.O., aber es war nicht mehr so wie vor ein paar Monaten, dass ich danach nur noch auf dem Sofa liegen und atmen konnte. Meine Fähigkeit, mich selbst zu motivieren, ist auf jeden Fall deutlich ausgeprägter, ich habe diesmal den Großteil der langen Läufe alleine gemacht, was vorher noch eher die Ausnahme war. Letztendlich haben sie alle zu sagen wir mal 95 % so geklappt, wie ich es mir vorgenommen hatte, auch wenn niemand „dran gezogen“ hat!

Unterm Strich geht es also gar nicht mehr soooo sehr um Tag X, an dem ich 21,1 km laufe. Der Weg dahin ist viel entscheidender und Tag X nur der Grund, warum ich einfach immer wieder dran bleibe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ohne Anmeldung zum Halbmarathon zwar laufen würde, aber vermutlich deutlich häufiger innerhalb meines Wohlfühlbereichs und somit ohne spürbare Weiterentwicklung. Als ich angefangen habe, war mein Hauptziel… „irgendwann einfach 10 Kilometer laufen zu können, ohne dass es mich danach 5 Tage einschränkt“ Das habe ich eindeutig erreicht, würde ich sagen.

Neben einer Portion Respekt und ein bisschen mimimi habe ich jetzt richtig Bock auf den 13.10. und freue mich einfach auf die große Köln-Party und bin einfach extrem gespannt, ob ich an dem Tag abrufen kann, was ich mir selbst vorgenommen habe. Die Füße noch ein paar Tage etwas still halten, fällt mir bereits jetzt schwer, gehört aber einfach zum Training dazu und danach kann ich ja auch weiter laufen… Ich glaube, jetzt ist am Wichtigsten, wirklich drauf zu achten, mich ausreichend zu erholen und die Schlauberger zu ignorieren, die sich die ganze Vorbereitungsphase NULL dafür interessieren was Du machst, aber 2 Wochen vorher mit schlauen Ratschlägen um die Ecke kommen. „WIIIIIE Du bist im Training nicht 7 mal über 20 km gelaufen“ (jetzt mal überspitzt dargestellt ;-)) „und meinst Du nicht, dass Du jetzt trotzdem jeden Tag ein paar Kilometer laufen musst, Du verlierst ja total Deine Kondition“  BLAAA BLAAA BLAAA…. Zum Glück juckt es mich inzwischen schon viel weniger, wenn andere ungefragt ihren Senf dazugeben. Diese blöden Stimmen machen einen so geringen Anteil aus, das kann man eigentlich getrost ignorieren! Die nächsten Tage verbringe ich also zwischen krasser Vorfreude und fast genauso krassem Wahnsinn, aber das wird schon…! Ich hab das schon mal geschafft und kann das wieder und so langsam verstehe ich, warum mir ein paar Leute vor dem 1. Halbmarathon gesagt haben „oh oh pass auf, nach dem ersten wirst Du das immer wieder machen wollen!“ Ja das kann wohl sein… Mit etwas mehr Abstand steht nämlich bereits der 3. Halbmarathon im Frühjahr 2020 fest, denn wie letztens schon gesagt, eventuell mache ich es AUCH einfach für das geile Gefühl danach!!!