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Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

Neujahrsvorsätze?!

Hält doch eh keiner ein… Sorgen nur für Motivation in den ersten beiden Januar-Wochen… Ist nur was für Leute, die eh nichts verändern wollen! Die, die WIRKLICH was anders machen wollen, fangen sofort an, ohne Jahreswechsel….

Ich muss ja zugeben, ich war in den letzten Jahren sehr kritisch gegenüber den klassischen „Neujahrsvorsätzen“. Gehörte ich früher doch selbst zu denen, die jeden Jahreswechsel zum Anlass zu nehmen, ENDLICH was Großes zu verändern! Und hat es geklappt!? Na ja so mittelprächtig! Es war bei mir Jahr für Jahr Selbstverarsche. Immer natürlich mit dem Gedanken im Kopf „dieses Jahr aber endlich“ nur um dann nach wenigen Wochen wieder alles hinzuwerfen, weil die ach so tolle 800-Kalorien-Super-Diät dann doch nichts für immer war ?

Ok und als ich dann Ende 2015 tatsächlich den „letzten Versuch“ startete und mich ja auch fürs Training bei FMT angemeldet habe, was im Januar 2016 begann, kam ich mir auch zuerst ganz schön bescheuert vor und habe zwei Millionen Gedanken daran verschwendet, was andere darüber denken könnten, dass ich ausgerechnet im Januar anfangen würde, Sport zu machen. Dass ich zwischen meinem letzten Entschluss, etwas verändern zu müssen und meinem ersten Training bei Thorge tatsächlich schon 10 Kg abgeworfen habe, habe ich mir natürlich weder auf die Stirn gepinnt, noch groß thematisiert, aber irgendwo war da trotzdem der Wunsch, zu rechtfertigen, dass es diesmal WIRKLICH kein „typischer Neujahrsvorsatz“ ist…

In den letzten 5 Jahren habe ich dann tatsächlich „einfach so“ mein Ding durchgezogen, unabhängig vom Tag auf dem Kalender. Allerdings schon immer mit irgendwelchen Jahreszielen. Weil mir dieser Rahmen tatsächlich hilft, gewisse Dinge im Blick zu behalten. Beruflich wie privat. Sportlich oder ernährungsmäßig. Ohne Ziel kann man schließlich nirgendwo ankommen.

Und dann war ich zu Beginn diesen Jahres laufen. Am 2. Januar. So wie ich auch am 3. Januar gelaufen bin oder am 31.12. laufen war, am 29.12, am 27.12. und an überhaupt ziemlich vielen Tagen in den letzten Jahren. Bei mir ist es also kein klassischer Laufstart zum Jahresbeginn. Wie ich da also schön auf der Trasse vor mich hin schnaufte ;-) dachte ich noch kurz drüber nach, dass ganz schön viel los ist, als ich hinter mir 2 Läufer hörte, die sich darüber unterhielten, wie krass es doch sei, wie viele dicke Personen doch Anfang Januar versuchen würden, sportlich zu werden, nur um es eh 10 Tage später wieder sein zu lassen. Keine Ahnung, ob sie mich damit meinten oder eben einen von den vielen anderen. Ich persönlich weiß ja, dass die Realität bei mir anders aussieht, kein Grund also, sich angegriffen zu fühlen. Trotzdem habe ich da tatsächlich eine ganze Weile drüber nachgedacht. Und mich NATÜRLICH angegriffen gefühlt und hätte am liebsten hinterher gebrüllt, dass ich zwar nicht so aussehe, aber trotzdem nicht erst seit dem 1.1. Sport mache. Ich war richtig sauer.  

Aber warum eigentlich das Gefühl, sich rechtfertigen zu wollen? Eigentlich ist so ein Jahreswechsel gar nicht der allerschlechteste Zeitpunkt, neu anzufangen. Mit was auch immer. Ja klar ist es schade, dass es bei vielen nicht lange anhält. Aber so ein Jahreswechsel hat ja auch irgendwie eine ganz eigene Motivation! Die Karten werden neu gemischt, jeder hat am 1.1. den gleichen „Kilometerstand“ auf der Jahresuhr. Was ist daran also verwerflich? Es bringt vielen glaub ich ganz viel Schwung. Und ich denke, bei ein paar wenigen hält es eben auch über die typischen vier Wochen hinaus an. Ich habs die Tage noch zu einer Freundin gesagt. Wer weiß, wo ich heute wäre, wenn ich mich nicht irgendwann für diese Kleingruppentrainings und später zusätzlich fürs Einzeltraining entschieden hätte. Mit der klaren Absicht dahinter, hinterfragt zu werden. Was ich mache oder eben nicht mache, Ernährung, Sport, tralala. Purer Selbstschutz. Weil ich eben schon viel zu oft in meinem Leben inkonsequent war. Es gab dafür auch durchaus schon unterschwellige Kritik. Warum man so viel Geld für begleitetes Training ausgibt, das müsse man doch auch selbst auf die Reihe kriegen. Das wäre doch irgendwann selbstverständlich. Ja vielleicht ist es das für viele. Ich habs schon mal gesagt, zumindest die Lauferei ist für mich meistens selbstverständlich, ich machs einfach, ohne groß darüber nachzudenken. Keine 100 Kilometer in der Woche, aber das muss ja auch gar nicht so sein. Ein regelmäßiges Pensum eben, mir reicht das zur Zeit. Aber ich bin auch nicht mehrfach in meinem Leben bei so krassem Übergewicht gelandet, weil ich mich selbst immer so spitzenmäßig motivieren konnte ? Gerade das letzte (Corona) Jahr hat mir mehr als einmal gezeigt, dass ich einfach drauf angewiesen bin, das alles nicht alleine zu machen. Verwerflich finde ich das nicht (mehr). Denn so wurden aus jahrelangen guten Neujahrsvorsätzen irgendwann dann doch tatsächlich Routinen und Gewohnheiten, die aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken sind. Egal welchen Tag im Jahr wir haben. Und für den Rest brauche ich eben Arschtritte. Was solls…?!