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Riekes Weg

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Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

Lachen hilft tatsächlich!

Da ich noch nicht wieder so viel/weit laufen kann, wie ich gerne würde – die Jammerei mich aber auch nicht weiter gebracht hat, habe ich mir dann doch mal ein paar Gedanken über eine Alternative in Sachen Ausdauersport gemacht. Klar, bei aktuell 38 Grad reicht auch eigentlich schon sitzen, aber irgendwie möchte ich die hart antrainierte Kondition doch gerne behalten. ;-)

Beim letzten Training hatte Thorge mich noch gefragt, was denn z.B. mit schwimmen, Rad fahren oder inlineskaten sei. Nun ja, neben „langweilt mich“ habe ich übers inlineskaten noch gesagt „habe ich letztes Jahr einmal ausprobiert, konnte ich nicht, finde ich kacke!“ (ehrlicherweise habe ich 3 Sekunden nach dieser Antwort schon gemerkt, wie panne das ist, und gehofft, dass keine weiteren Nachfragen kommen. ;-)

Sagen wir mal so: Zuletzt wirklich aktiv auf diesen rollenden Monstern war ich so mit 14 oder 15 Jahren… Für die Mathegenies unter uns: ja, das ist mindestens 20 Jahre her. Ich habe es tatsächlich aber vor 1,5 Jahren hoch motiviert nochmal ausprobiert. Ich kam ungefähr 3 Meter weit, bis ich mich hingelegt habe. Als ich da wie so ein halbtoter dicker Käfer auf dem Rücken lag, habe ich beschlossen: Das machste nie wieder!!!

Naja, es ist die eine Sache, sowas für sich zu beschließen. Aber eine völlig andere, jemand anderem laut zu sagen, dass man es genau einmal probiert hat und es nicht nochmal machen will, weil es bei diesem einen Versuch eben nicht geklappt hat… Wenn meine Kinder das wüssten!!! Denen erzähle ich nämlich bei allen neuen Sachen total überzeugt, wie oft man es eben üben muss, bis es richtig gut klappt. Und unsere 6 jährige Tochter fährt mir auf ihren Inlinern echt davon! Als sie vor gut einem Jahr das erste Mal auf den Dingern stand, war ich einem Herzinfarkt nahe, habe sie aber motiviert, es immer und immer wieder zu versuchen und die meisten Stürze sehen zwar schlimm aus, sind aber harmlos … Das selbe mit unserem Sohn, der gerade Fahrrad fahren lernt. 

Und irgendwie hat dieses Gespräch ja doch meinen Ehrgeiz geweckt, es noch mal auszuprobieren. Die ersten Versuche im heimischen Flur  (sagt es nicht meinen Kindern!) waren so „geht so“, nach ein paar Tagen dann mal draußen… für so ca. 200 Meter! Geradeaus fahren klappte ganz ok, solange der Untergrund eben und stolperfallenfrei war. Bremsen musste ich allerdings an einer Straßenlaterne – naja sagen wir, ich habe mich halb drum gewickelt, aber mich wenigstens nicht auf die Nase gelegt! Also habe ich mich dann hoch motiviert mit einer Freundin verabredet, mal zusammen durch die Gegend zu rollen. Das war dann diese Woche soweit!

Bewaffnet mit einem Kinderwagen ohne Kind (ja ihr habt richtig gelesen, irgendwo mussten wir uns ja festhalten! ;-)) Helm, Schoner etc. ging es los. Ups da sind ja noch 300 Meter Holperstrecke bis zur Skate-Strecke. Ok also Skates aus, auf Socken weiter. Wie gut, dass bei 30 Grad abends am Kemnader See „kaum“ was los ist… haha! So fällt man auf jeden Fall schon mal auf! Aber bei Fit mit Thorge lernt man ja, dass DAS sch…egal ist ;-) (ok, vielleicht beim nächsten Mal doch mit Perücke und Sonnenbrille?) Endlich eine Bank erreicht, die Dinger wieder angezogen, los gings. Man sah leider – oder zum Glück? – schon von weitem, dass man sich bei meinen grandiosen Fahrkünsten besser nicht auf gekonnte Ausweichmanöver verlässt, wir hatten also immer gut Platz und die anderen ihren Spaß. Ok, geradeaus laufen klappt schon mal einigermaßen. Berghoch, na ja wie beim Laufen, langsam aber ist ok. Wo ich mich beim Laufen immer auf die bergab-Abschnitte freue, stieg nun ordentlich der Puls! Allerdings vor Angst, nicht vor Anstrengung ;-) Ich habe meiner Freundin dann vorgeschlagen, dass ich mich einfach auf der Wiese fallen lasse und neben der Strecke irgendwie runterkrieche, alternativ auf dem Hintern runter rutschen würde, weil Bremsen irgendwie mal so gar nicht ging. Aber nee, da hatte ich nicht mit ihrer Hartnäckigkeit gerechnet, mir Bremsen beibringen zu wollen. Wir brauchten für 50 Meter bergab gefühlte 19 Minuten, haben uns dabei halb tot gelacht, haben für die Belustigung diverser Zuschauer gesorgt, ein Kind blieb wie zur Salzsäule erstarrt vor mir stehen und konnte glaub ich nicht fassen, was es da sah ;-) ich bin auch nur zwei mal auf die Wiese gehüpft zum Pausieren, aber hey, ich bin heile unten angekommen und dann ging es glücklicherweise erstmal wieder geradeaus! Wenn zumindest eins ordentlich trainiert wurde an diesem Abend, dann waren es unsere Lachmuskeln! Und wieder einmal sind wir bei dem Thema, wie wichtig es ist, von den Leuten in seinem Umfeld, unterstützt zu werden, egal wie!!!

Ich muss allerdings noch zugeben, dass ich nach ca. 2,5 Kilometern auf meine Laufschuhe umgestiegen bin, da fühlte ich mich doch gleich wieder viel wohler… ob inlineskaten mein Sport wird? Keine Ahnung! Ich denke, eher nicht.

Etwas total Wichtiges habe ich von diesem Abend jedoch mitgenommen: Eigentlich ist es scheissegal, ob ich inlineskaten kann oder nicht (ok, bremsen wäre ECHT ganz gut, sollte ich das häufiger machen wollen), aber vor allem sollte ich mir ganz ganz dringend abgewöhnen, alles immer „perfekt“ machen zu wollen, was ich anfange… Vielleicht sollte man viel häufiger einfach mal etwas aus Spaß machen, statt direkt über schneller und weiter nachzudenken oder über die Frage, wie bescheuert man  gerade dabei aussieht…. Zumindest im Moment kann ich ganz gut bestätigen, dass es tatsächlich hilft, sich mal etwas locker zu machen und auch mal über sich selbst zu lachen! Eigentlich hatte ich den Halbmarathon im Oktober gedanklich schon abgehakt. Aber vielleicht muss ich  „nur“ den Gedanken an mein Zeitziel abhaken, ein bisschen Druck rausnehmen und es trotzdem versuchen? Ja aber was ist, wenn ich Letzte werde? Ja was dann?! Werde ich halt Letzte…. Aber vielleicht hatte ich trotzdem Spaß dabei?!