Zur Navigation springen
  • Rieke´s Weg

Riekes Weg

  • Authentisch 
  • Ehrlich 
  • Motivierend

Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

Komfortzone - was ist das überhaupt? Und warum zum Geier sagt jeder, man müsse diese regelmäßig verlassen, um Fortschritte zu erzielen? Und warum ist das so unbequem?

Beim Sport, beruflich, privat, bei der Ernährung. Lieb gewonnene Gewohnheiten vermitteln Sicherheit! Man kennt sich aus, weiß wie weit man gehen kann usw. Schön immer im abgesteckten Revier bewegen, nichts neues ausprobieren oder gar neuen Leuten begegnen?! Ich habe Jahre, oder sagen wir lieber Jahrzehnte ausschließlich innerhalb dieser Komfortzone gelebt. Schön war das allerdings nicht. Ehrlicherweise habe ich jegliche Klischees von Übergewichtigen erfüllt. Keine Bewegung, schlechte Ernährung, antriebslos. Kontakte mit fremden Menschen?! Bloß nicht! Wenn mich jemand angesprochen hat, habe ich lieber schnell weggeguckt. Verrückt. Und oft auch einsam. Auch wenn ich immer Menschen um mich herum hatte.

Entscheidend meine Komfortzone habe ich verlassen, als ich zum ersten Training bei Fit mit Thorge ging - gefühlt um mich herum nur sportliche Raketen und ich, die keine einzige Kniebeuge konnte, ohne zu schnaufen wie ein gestrandeter Wal. Schnaufen gestrandete Wale? Keine Ahnung, aber der Vergleich erscheint mir realistisch.

Sport? Ich? Niemals. Als ehemals stiller Sponsor einer großen Fitness-Studio-Kette wusste ich ja gerade mal, wo man Sport im Duden findet. Oder hatte mal kurz in einem Anfall von Motivation angefangen, um nach einer Woche festzustellen, wie ekelhaft anstrengend das ist. Und landete wieder zuhause auf dem Sofa. Oder im Auto. Oder am Schreibtisch. Reicht ja an Bewegung, oder? (ich möchte gar nicht wissen, an wievielen Tagen ich es nicht mal über 2000 Schritte hinaus geschafft habe). Und ja NATÜRLICH hatte ich Angst, blöd angeguckt zu werden. Ausgelacht zu werden. Die Schlechteste zu sein. Ohmächtig umzukippen. Oder auch, nach dem 2. Training nicht mehr hinzugehen und alle könnten denken "war ja klar". Selbstverständlich sollte es einem völlig egal sein, was andere denken. Jeder sollte Veränderungen egal welcher Art nur für sich selbst anstreben. Aber machen wir uns nix vor, jeder kennt eben trotzdem genau diese Gedanken! Aber ich kann es wirklich aus eigener Erfahrung heraus bestätigen. Den anderen ist es völlig egal. Die wissen in der Regel nämlich, dass das einfach harte Arbeit ist und niemand von Natur aus durchtrainiert ist. Ich habe am Abend meines ersten Trainings kurz vorher fast geheult und überlegt, nach Hause zu fahren. Im Kursraum angekommen war mir schlecht und nur das Wissen, dass Tasche packen und wieder gehen nur noch peinlicher wäre, hat mich dazu gebracht, tatsächlich da zu bleiben. Bis heute :-) Und diese Gedanken, dass das alles scheisse ist und ich mich zum Affen machen würde, hörten tatsächlich sooooo schnell auf, dass es wirklich nicht lange unangenehm war. Und heute fühle ich mich in den Gruppentrainings so wohl und überhaupt nicht bescheuert, obwohl da NATÜRLICH immer Leute sind, die sportlicher, stärker, fitter, bla bla bla sind. Aber es ist mir egal! Nennt man das jetzt Komfortzonenerweiterung?!

Wie schon mal ganz am Anfang berichtet (https://fit-mit-thorge.de/erfolgsgeschichten/riekes-weg/mein-start/) war es tatsächlich mein 1,5 jähriger Sohn, der einfach mal deutlich schneller laufen konnte als ich, der mich dazu bewegt hat, anzufangen. Inzwischen kann ich ganz gut mithalten, würde ich mal behaupten, auch wenn er mit seinen 6 Jahren ein (zum Glück) sehr aktives Kind ist. Ich hoffe, dass er sich das bewahrt und niemals aufhört und dann wie seine Mutter mit über 30 noch mal bei Null anfängt. Aber auch das ist eben möglich. Vielleicht etwas unbequemer. Aber JEDER kann das ändern!

Ich habe viele Menschen getroffen, denen ich innerhalb meiner Komfortzone NIEMALS begegnet wäre. So wertvolle Begegnungen. Freundschaften, die jetzt teilweise schon mehrere Jahre halten. Natürlich auch Leute, mit denen man ein Stück zusammen in der neuen Komfortzone verbracht oder sie auch mal kurz verlassen hat, um festzustellen,dass es einfach nicht passt.

Manche alte Freundschaften haben sich auseinander entwickelt, was eventuell nicht passiert wäre, wenn ich alles so gelassen hätte, wie früher. Natürlich sollten richtige Freundschaften auch krasse Veränderungen aushalten. Die meisten haben das auch. Aber bei anderen war es leider so, dass es einfach nicht mehr passte - die Erkenntnis war lange Zeit schlimm, aber letztlich hilft es niemandem weiter, wenn man sich gegenseitig im Weg rumsteht. Die Probleme lagen garantiert tiefer als in meinem "neuen" aktiveren Lebensstil, aber manchmal wird sowas erst durch krasse Veränderungen ausgebuddelt.

Viele sprechen nach großen Veränderungen immer von "ich bin ein neuer Mensch geworden" und ich kann bestätigen: so fühlt sich das auch oft an! Letztlich ist es eine Weiterentwicklung, denn im Grunde bin ich immer noch die Selbe, nicht umsonst hat auch meine Ehe sämtliche meiner Lebens-Phasen sehr sehr gut überstanden und mein Mann stand und steht jederzeit zu 100 % hinter dem was ich mache. Vielleicht hat er öfter mal verwirrt gedacht "Hilfe, was stimmt nicht mit ihr?" ;-) oder denkt das auch heute noch, aber sagen wir mal so, wir alle profitieren davon! 

Der Weg bis hierhin war anstrengend, steinig, kurvenreich, alles kam vor. Ich habe nicht durchgehend gedacht, wie geil diese Veränderung doch ständig ist! Absolut nicht! Ich stand vor vielen Entscheidungen, Sofa und Chips vs. Sport und Regen, Kopfarbeit vs. hängen  lassen, usw. Und das wird auch garantiert immer so bleiben. Mal mehr, mal weniger!

Ich erfinde hier das Rad nicht neu, aber ich kann nur jeden ermutigen, sich die Dinge herauszufiltern, die ihm am Besten helfen könnten, anzufangen und es dann "einfach mal" eine gewisse Zeit lang durchzuziehen. Der Rest kommt von alleine! Versprochen!