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Riekes Weg

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Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

Höher schneller weiter?

Ein zweiter Halbmarathon…. Dieser Plan wirft lustige Fragen auf! Häää? Warum machst Du das denn? Reicht einmal nicht? Läufst Du vor was weg? Du hast es doch geschafft, wozu denn dann nochmal?!

Also vor Duisburg habe ich ja auch gesagt, ich weiß noch nicht, ob ich sowas nochmal mache, aber ohne Witz, sofort nachdem ich im Ziel war, stand für mich fest: nochmal!!! Denn statt „warum?“ finde ich die Frage „warum nicht?“ viel interessanter! Es hat mich so viel Arbeit gekostet, dahin zu kommen, 21 Kilometer zu laufen. Man erinnere sich an meinen ersten Laufversuch vor inzwischen etwas über 3 Jahren. 30 SEKUNDEN laufen war damals das Höchste der Gefühle. Inklusive fast zusammenbrechen danach! Warum also jetzt aufhören, wo ich 2,5 Stunden laufen kann? :-) Idealerweise werde ich irgendwann schneller auf dieser Distanz. Ich weiß ja auch, was ich dafür machen muss! Weiter trainieren. Nicht unbedingt mit großartig viel mehr Wochenkilometern, aber intensiver. Öfter mal außerhalb meiner Komfortzone laufen….

Und wofür mache ich das? Wirklich nur zum Spaß? Pläne einhalten? Nach Puls oder Zeit laufen? Nicht einfach immer nur drauf los laufen und gucken, wozu man Bock hat? Immer wieder an mir arbeiten, reflektieren, was nicht so gut läuft, was ich verbessern kann? Diese Stimmungsschwankungen aushalten, wenn es eben anders läuft, als geplant? (Sorry an meinen Mann ;-)) Natürlich heißt „anders“ in dem Fall nicht automatisch schlechter. Dieses unkalkulierbare geht mir manchmal sowas von auf den Geist, andererseits – und das soll jetzt wirklich nicht nach esoterischem Gequatsche klingen, stehe ich dadurch näher im Kontakt zu mir selbst, als wahrscheinlich in den letzten 20 Jahren. Die Lauferei oder Sport allgemein tut mir so unfassbar gut, völlig unabhängig vom körperlichen Auspowern und dem guten Gefühl danach. Ich habe hier mal geschrieben, dass Gesundheit ein ziemlich unattraktiver Antrieb ist, an sich zu arbeiten, Sport zu machen und sich überwiegend gesund zu ernähren. Das habe ich auch ganz ganz lange wirklich genau so gesehen. Größere Klamottenauswahl, (in meinen Augen) besser aussehen, nicht nach 2 Etagen Treppen laufen ein Sauerstoffzelt benötigen waren da doch deutlich klarere Gründe und das Thema „Gesundheit“ eher so vorgeschoben! Was aber, wenn man tatsächlich auch im Bereich Gesundheit eine deutliche Verbesserung feststellt und merkt, dass eben genau der Sport und die Ernährung die Gründe dafür sind? Ich kann euch sagen, das ist schon ziemlich geil!

Warum also gerade jetzt aufhören (in dem Fall mit dem Thema Halbmarathon), wo es so gut läuft und es mir körperlich wie auch seelisch gerade richtig gut geht? Ich suche noch immer nach den Ursachen für mein jahrzehntelanges „defektes“ Essverhalten. Für jahrelanges Verdrängen und stattdessen immer unbeweglicher und dicker werden. Einerseits kann man natürlich einfach sagen „ach, ist ja nu vorbei, jetzt mache ich es ja besser“ aber das ist ja auch nur die halbe Wahrheit! Natürlich hat sich das, was ich seit nun fast 3,5 Jahren mache ein Stück weit gefestigt, ich habe zum Glück mit viel Hilfe und Unterstützung viele neue, gute!! Gewohnheiten schaffen können. Ich kann mir eine Woche ohne Sport nicht mehr vorstellen und merke körperlich recht schnell, wenn die Ernährung mal über mehrere Tage eher schlecht war und kehre dann von ganz alleine wieder zurück zu „überwiegend gesund“. Und das ist doch ohne scheiss das Beste, was mir passieren konnte?! Auf der anderen Seite traue ich mir selbst aber nach wie vor nicht 100 %ig über den Weg, habe immer noch manchmal Angst, in alte Gewohnheiten zu verfallen und mir alles zu versauen, was mich echt viel Arbeit gekostet hat. Und da ist die Sache mit dem Sport schon ein gutes Mahnmal. Ich möchte nicht irgendwann wieder bei Null anfangen müssen! Dieser Drang nach Optimierung hat nicht zwangsläufig nur etwas mit der Kleidergröße oder sportlichen Erfolgen zu tun. Denn letztendlich ist es wurscht, wie lange ich letzten Endes für 21 Kilometer brauche, der Weg dahin ist es, der mich dranbleiben lässt!! Mit dem Ziel „An Tag XY laufe ich 21 Km“ erträgt sich so manches ungeliebtes Intervalltraining oder eben auch die „bessere“ Ernährung so viel leichter als planlos durch die Gegend zu laufen. Und irgendwie ist es einfach auch alles schon so normal gelaufen, 3-4 mal die Woche die Laufschuhe anzuziehen und ein bestimmtes Programm abzuspulen. Ich hatte fest damit gerechnet, mich nach dem Halbmarathon eine Woche nicht bewegen zu können und einfach kein Bock aufs Laufen zu haben. Aber es war völlig anders. Am nächsten Tag bin ich zum FMT Outdoortraining gegangen. Also klar, Höchstleistungen waren an dem Tag natürlich nicht drin, aber ein bisschen Bewegung in netter Gesellschaft eben. Den Tag darauf habe ich komplett pausiert und an Tag 3 nach dem Halbmarathon hatte ich schon wieder Personal Training und konnte fast alles machen, wie sonst auch, in der Intensität halt ein bisschen abgespeckt. An Tag 4 ein erster kurzer Laufversuch von ein paar Kilometern, es hat alles „funktioniert“ wie immer, am Wochenende dann sogar schon wieder ein etwas längerer Lauf… Und DAS alles ist einfach der beste Beweis dafür, wie sehr sich die Regelmäßigkeit der letzten Monate ausgezahlt hat. Ich hatte von mehreren Leuten vorher die freundliche Warnung bekommen „Du wirst Dich vor Muskelkater und Schmerzen danach kaum bewegen können“ – äh ja klar, Treppen laufen war jetzt die ersten 2 Tage nicht so mega geil, aber ganz ehrlich? Habe ich sonst nach dem Training auch immer mal wieder, es war weder wesentlich schlimmer, noch hat die Regeneration unfassbar viel Zeit in Anspruch genommen…Also? WEITERMACHEN!! :-)