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Riekes Weg

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Erfolgsgeschichten

Riekes Weg

Disziplin

Ich bekomme sehr oft zu hören „woooow du bist ja soooo diszipliniert, das könnte ich nicht“ oder „Mensch, Du ernährst Dich aber gesund!“ Das stimmt (inzwischen!) auch zu großen Teilen, und doch gibt es immer wieder Phasen, in denen mich das unfassbar nervt, mir schwer fällt und ich statt der ach so gesunden und ausgewogenen Mahlzeit die Tafel Schokolade vorziehe. Früher sehr häufig und da auch nicht „Schokolade statt normaler Mahlzeit“, sondern einfach beides. Ganz ganz lange war in meinem Kopf auch immer fest verankert, wenn irgendwas am Tag bezüglich der Ernährung schlecht oder sagen wir ungeplant lief, war gleich der ganze Tag im Eimer, frei nach dem Motto, jetzt ist es eh schon egal. Ausnahmen sind ok. Aber darf so eine Kekstüte deshalb gleich über den restlichen Tag oder gar die restliche Woche entscheiden? Garantiert nicht. Und im Endeffekt habe ich es mit „jetzt ist es auch schon egal“ natürlich immer schlimmer gemacht ;-)

Aber bin ich heute wirklich so diszipliniert? Klar, der Erfolg gibt mir irgendwo recht, aber ich habe für die bisher abgenommenen Kilos auch Ewigkeiten gebraucht, viel geackert, war oft gefrustet, hatte Stillstände, Rückschläge, habe auch mal 3-4 Kilo wieder zugenommen, mich darüber geärgert, sie wieder abgenommen, bin wieder stehen geblieben usw. Aber, und das ist wohl das ganze „Geheimnis“ an der Sache, ich habe halt trotzdem einfach immer weiter gemacht. Ja ok, ich habe diversen Leuten aufgetragen, mir einfach immer und immer wieder in den Hintern zu treten und mich daran zu erinnern, nie nie nie damit aufzuhören, was ich aktuell tue, und ich weiß auch nicht, ob ich das alleine tatsächlich immer so durchziehen würde, aber das ist auch egal… Sich helfen zu lassen ist schließlich nicht verwerflich und am Ende des Tages liegt die Verantwortung natürlich trotzdem bei mir allein.

Wenn man sich auf Instagram & Co ein bisschen umsieht, sieht man ja gefühlt nur die Raketen, die in einem Jahr 60 Kilo abnehmen, natürlich sportlich ohne Ende sind, sofort einen Marathon laufen, auf einmal 20 Klimmzüge schaffen und ihre Bauchmuskeln in die Kamera halten! Haha! Ein bisschen Realität gehört schon dazu! Es gibt sicher so Ausnahmetalente, die einfach ihr Ding total straight durchziehen und gefühlt nie irgendwelche Stolpersteine auf dem Weg überwinden. Ist das realistisch dass es so abläuft? Garantiert nicht!

Ja es gehört viel viel Disziplin dazu. Und meistens bringe ich sie auf. Beim Sport, bei der Ernährung, im Alltag. Ich muss oft aufpassen, es nicht zu übertreiben und mir das Leben damit noch schwerer zu machen. Es ist nämlich verdammt anstrengend, wenn jegliche Nahrungsaufnahme mit schlechtem Gewissen oder dem permanenten Gedanken an Zu- oder Abnahme, Kalorien, Fett, bla bla bla verknüpft ist. So Tage gibt es immer wieder. Ok oft auch viele Tage am Stück, in denen ich nicht mal ohne schlechtes Gewissen ein Käsebrötchen essen kann. Das macht weder Spaß, noch ist das für meine Mitmenschen angenehm, dessen bin ich mir völlig bewusst. Ich hatte viele Phasen, in denen ich das alles einfach nur schlecht geredet habe, krampfhaft an meiner Disziplin festhalten wollte, um jeden Preis. Da ist es manchmal ganz schön kompliziert, nicht als Irre abgestempelt zu werden ;-) Danke an die Leute, die das Kind einfach NICHT beim Namen nennen, sondern trotzdem einfach weiter versuchen, mich bestmöglich zu unterstützen!!!

Früher habe ich mich einfach nur unfassbar ungesund und maßlos ernährt. Schon in früher Kindheit habe ich die Intuition für das richtige Essen und auch für die richtigen Mengen verlernt. Schon sehr frühe Regulierung von außen, sei es durch andere Personen oder später, als ich älter war durch Kalorien zählen, vorgegebene Mengen oder genau vorgegebene Lebensmittel durch bestimmte Diäten haben mein Leben und mein Essverhalten quasi immer bestimmt. War es nicht dieser Kontrollwahn und Zwang von außen, war die Ernährung maßlos und beschissen. Dazwischen gab es quasi nichts. Natürlich wusste ich, dass eine Ernährung idealerweise NICHT aus großen Mengen Süßigkeiten u.ä. bestehen sollte. Wer weiß das nicht? Ich habe ja quasi täglich gesehen, wie das Zeug mich dicker und dicker gemacht hat (Randbemerkung: mir ist klar, dass es auch Menschen gibt, die von gesunden Lebensmitteln zu viel essen, und deshalb zu dick sind und dass nicht jeder Dicke automatisch nur Chips und Schokolade isst! Also bitte bitte nicht zu wörtlich nehmen an der Stelle!)

Schon mein Leben lang wechselten sich also diese katastrophale Ernährung und eben Hardcore-Diäten miteinander ab. Bereits in der Grundschule wusste ich, was eine Kohlsuppendiät ist (und wie ätzend sie ist ;-))  Letztlich bleibt es mit der „richtigen“ Ernährung aber wie im Bereich Sport und Bewegung eine Sache der Gewohnheit. Je häufiger man gute Phasen hat und für mich persönlich sind das zum Beispiel die mit sehr wenig Zucker, umso selbstverständlicher wird es und je weniger Bock habe ich auf schlechte Ernährung. Disziplin? Ja!! Ausnahmen? Gehören wohl irgendwie dazu und machen das Leben ja auch schöner ;-) An dem goldenen Mittelweg ohne schlechtes Gewissen arbeite ich noch! Dieses Wochenende haben wir den Geburtstag meines Mannes gefeiert. Alkohol, Süßigkeiten/Kuchen, keine „perfekte“ Ernährung (was heisst das schon?) Ja ich könnte mich jetzt total drüber ärgern… Habe ich ausnahmsweise aber nicht gemacht!!! Sondern mich stattdessen gefreut, dass Sonntag sowieso ein langer Lauf auf dem Plan stand. Dann ist der Kuchen nämlich gar nicht so schlimm ;-)